Fakten zum Brillenmarkt in Deutschland


Der Brillenmarkt ist eine umsatzstarke Branche

Der Markt für augenoptische Produkte alleine macht in Deutschland jährlich etwa 0,2% des gesamten Bruttoinlandsproduktes aus und gehört somit zu den Schwergewichten Deutscher Branchen. Fast 5,3 Milliarden Euro Umsatz machte die Branche mit dem Verkauf augenoptischer Produkte im Jahr 2013. Darunter sind unter anderem über 11 Millionen Brillen, welche in diesem Zeitraum von ungefähr 12.000 lokalen Fachgeschäften verkauft wurden. Generell zählen zu den umsatzstärksten Produkten der Branche Einstärkenbrillen, das heißt Lese- oder Fernbrillen, Gleitsichtbrillen, Sonnenbrillen, Neuverglasungen von Brillengestellen und Brillenversicherungen.


Die Branche spricht einen Großteil der Bevölkerung an

In Deutschland tragen insgesamt über 40 Millionen Menschen im Erwachsenenalter (>16 Jahre) eine Brille. Somit sind mehr als 60% der Deutschen dieser Altersgruppe Brillenträger. Wenn auch Sonnenbrillen ohne Sehstärke in die Gleichung einbezogen werden liegt der Anteil der Brillenträger in Deutschlang sogar bei knapp 80%. Eine Brille ist aber keineswegs eine einmalige Angelegenheit. Die Branche geht davon aus, dass jeder Brillenträger im Schnitt alle 5 Jahre eine neue Brille erwirbt .Das Thema Brille betrifft somit fast jeden Deutschen und das in regelmäßig wiederkehrenden Abständen.

Der Brillenmarkt verzeichnet konstantes Branchenwachstum

Der Brillenmarkt ist eine der wenigen Branchen Deutschlands die seit Jahren konstante Wachstumsraten verzeichnet, welche auch in Zukunft der Erwartung nach fortschreiten werden. Insbesondere das steigende Durchschnittsalter der Deutschen Gesellschaft führt dazu, dass von Jahr zu Jahr der Anteil der Deutschen steigt, die an altersbedingter Kurz- und Fernsichtigkeit leiden. Dies führt zu einer Erhöhung der Verkäufe von Gleitsichtbrillen, einem besonders teuren da aufwendig herzustellenden Produkt der Branche.

Nicht jeder in der Branche profitiert vom Wachstum gleichermaßen

Vom Wachstum nicht jeder Optiker zählt allerdings profitierten in den vergangenen Jahren nicht alle Optiker gleichermaßen. Insbesondere die Filialisten, also quasi die Optikerketten mit mehreren Filialen, konnten in den letzten Jahren stark zulegen. Fielmann ist ein Paradebeispiel des Filialisten und verkauft laut Geschäftsbericht in etwa jede zweite Brille in Deutschland. Auch der online Markt legt seit einigen Jahren mit sehr starken Wachstumsraten im Rahmen des allgemeinen Onlinetrends zu. Da die Anzahl der ansässigen Optiker, also der unabhängigen lokalen Optiker, seit wenigen Jahren leicht rückläufig ist, wähnen sich diese niedergelassene Optiker derzeit als Verlierer der Branche und profitieren im Schnitt wenig bis gar nicht vom allgemein festgestellten Branchenwachstum. Was wie eine Pauschalisierung klingt wird auch immer wieder von den Ausnahmen der Regel begleitet. Denn: grade viele lokal niedergelassene Optiker können sich durch klare Abgrenzung zu den Filialisten und Spezialisierung sehr erfolgreich am Markt behaupten.

 

 

Der online Brillenmarkt


Onlinevertrieb wächst seit der Mitte derr 2000er Jahre stark

Seit Mitte der 2000er Jahre werden in Deutschland Brillen online verkauft. Zu den frühen und heute großen Anbietern gehören Brille24 und MisterSpex. Seit es die ersten Bewegung in Richtung Online gab, haben sich viele online Optiker am Markt etabliert. Zu nennen sind hier zum Beispiel noch Netzoptiker, Lensbest, my-spexx, Brilledirekt, Edel-Optics und Brillenplatz. Da es bisher von keiner unabhängigen Stelle eine bestätigte Anzahl an online verkauften Brillen gibt, reichen die Schätzungen von 500.000 bis 750.000 verkauften Brillen im Jahr 2013 über alle Anbieter hinweg. Bestätigt ist, dass der Markt zweistellig wächst, sodass im Jahr 2015 bereits knapp 1 Millionen Korrektionsbrillen über das Internet verkauft werden könnten.

Online sind Brillen oftmals günstiger

Der Grund des rasanten Wachstums des online Vertriebskanals liegt, neben dem generellen Trend in Richtung des online Kaufs, primär im Preis. Online Optiker können Brillen oftmals deutlich günstiger anbieten als lokal niedergelassene Optiker, allein schon da sie keine Ladenfläche finanzieren müssen. Der geringere Preis von Brillen online liegt nicht, wie oftmals fälschlicherweise behauptet, an schlechter Qualität die günstig in Übersee eingekauft wird, sondern vielmehr an den Skaleneffekten welche über die Erreichung einer größeren Zahl an Kunden und somit den Vertrieb einer großen Anzahl von Brillen erreicht wird. Im Gegensatz zum Online Optiker bezahlt der lokale Optiker zum Teil von durchschnittlich nur zwei verkauften Brillen am Tag alle Mitarbeiter, die Ladenmiete, Geschäftsnebenkosten, sowie sein eigenes Einkommen. Online Optiker hingegen verkaufen je Mitarbeiter durch die viel höhere Reichweite deutlich mehr Brillen, wodurch die Fixkosten auf eine höhere Anzahl verkaufter Produkte verteilt werden.

Fertigungsstandorte von Brillengestellen und Gläsern sind oft über alle Anbieter gleich

Über alle Anbieter der Branche, Online Optiker, lokale Optiker, und Filialisten, hinweg, fertigen viele Ihre Brillengestelle und Brillengläser heutzutage in Asien statt in der lokalen Werkstatt. Asien gilt in der optischen Industrie seit einigen Jahren zu den führendend Standorten, hat neue und effizientere Verfahren entwickelt und bestehende Prozesse optimiert und bieten somit eine hohe Qualität. Insbesondere Thailand und Korea sind Hot Spots für die Produktion von Brillengestellen und Brillengläsern. Auch die meisten der bekannten Markenbrillen werden dort produziert.

Die Brille ist immer mehr Accessoire als medizinisches Produkt

Generell führt der Trend Brillen günstiger anzubieten zu einem Wandel der Industrie. Das Produkt Brille wandelt sich in der Wahrnehmung weg von einem teuren medizinischen Investitionsgut, hin zu einem stylischen Konsumgut. Online Anbieter von Brillen berichten von deutlichen höheren Wiederkaufsraten Ihrer Kunden als im bisherigen Branchenschnitt zu erwarten. Der Artikel Brille in Sehstärke wird ähnlich der Sonnenbrille zum Mode-Accessoire.